Welcher Facharzt ist der Richtige?

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Das Praxisnetz Hochtaunus e.V.

organisiert Haus- und Fachärzte

zur besseren Versorgung der Patienten.

Unsere Ärzte sorgen für

höchste Qualität bei der Versorgung.

Unsere Patienten profitieren auf ganzer Linie.

21. Netzkonferenz in Berlin

eine Übersicht von Jörg Wilhelm

Traditionell am letzen Januarwochende fand die 21. Netzkonferenz in Berlin statt. Vertreter der verschiedenen deutschen Ärztenetzwerke trafen sich wieder zum Informationsaustausch. Wie auch in den vergangenen Jahren führte Prof. Dr. Günter Neubauer vom Institut für Gesundheitsökonomik durch die Veranstaltung. Die Podiumsdiskussion war wieder geprägt von gesundheitspolitischen Themen. Michael Hennrich Mitglied des Bundestages und des Gesundheitsausschusses und Josef Hecken, ehemaliger Sozialminister des Saarlandes und heutiger Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses diskutierten mit Uwe Deh Vorstand des AOK-Bundesverbandes, Dr. Veit Wambach von der Agentur deutscher Arztnetze und Dr. Werner Baumgärtner Vorstandsvorsitzender von MEDI und MEDI GENO über den Stand der Entwicklung des Versorgungsstärkungsgesetzes und die Servicestellen, die GKV-Versicherten einen Facharzttermin in 4-Wochen-Frist ermöglichen sollen. Die geplante Regelung für den Einzug von spezialfachärztlichen Sitzen durch die KV in überversorgten Regionen wurde dabei ebenfalls besprochen. Aber auch auf präzise Nachfragen konnten oder wollten die politischen Vertreter nicht Stellung nehmen zur Definition der Überversorgung. Ob nun künftig spezialfachärztliche Sitzinhaber Ihren Versorgungsauftrag samt Praxis noch veräußern können wird demnach abzuwarten sein, wenn das Gesetz in Kraft getreten und erste Präzedenzfälle die Justiz beschäftigen.

Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der Entwicklung von Ärztenetzwerken. In vielen Regionen Deutschlands stellen Netzwerke die Versorgung in ländlichen Regionen sicher indem sie Medizinstudenten Famulaturen in hausärztlichen Praxen vermitteln, mit Kliniken in der Ausbildung von Allgemeinmedizinern kooperieren und hausärztliche Tätigkeiten als Teilzeitbeschäftigungen ermöglichen indem kollegial geführte MVZ gegründet werden um Versorgungsaufträge zu splitten und damit z.B. Frauen nach der Elternzeit den Wiedereinstieg ins Berufsleben in Teilzeit zu ermöglichen. Später ist eine selbständige Sitzübernahme möglich. Weiterhin wurden alternative Möglichkeiten zur Förderung von Arztnetzen vorgestellt. Neben einer Förderung durch die Kassenärztlichen Vereinigung stehen auch Fördermittel der Länder und des Bundes, sowie in speziellen Fällen auch der EU zur Verfügung, wenn Netzwerke regionale Versorgungsaufträge übernehmen, die Behandlungssituation chronisch kranker verbessern oder niederschwellige Angebote für Personen entwickeln, denen die Gesundheitsversorgung z.B. aufgrund sprachlicher Barrieren verwehrt ist. Langfristig wird von vielen Netzwerken eine Parallelstruktur zur KV angestrebt um leistungsbezogene Vergütungen für ihre Mitglieder mit den Kostenträgern zu verhandeln und nicht mehr von nicht nachvollziehbaren Honorarstrukturen abhängig zu sein. Dieses Vorgehen wird auch von vielen gesetzlichen Krankenversicherungen unterstützt. Moritz Schönfelder von der AOK Nordost erläuterte die Kennzahlen-Systeme der GKV für die Förderung von Arztnetzen. Hierbei spielt neben dem prozentualen Anteil von Patienten bei Netzärzten auch der Anteil von Hospitalisation von Patienten aus Pflegeeinrichtungen und die leitliniengerechte Pharmakotherapie eine Rolle. Der Vertreter der Techniker Krankenkasse stellte in Modell vor in dem die Arzneimittelverordnungsdaten eines Patienten gesammelt und den behandelnden Ärzten digital zur Verfügung gestellt werden um Arzneimittelinteraktionen und Doppelverordnungen zu Vermeiden.

In der Zusammenschau bleibt festzuhalten, dass die Entwicklung von Arztnetzwerken bundesweit deutlich fortgeschritten ist und sich in vielen strukturschwachen oder bevölkerungsarmen Regionen zu einem  wichtigen, wenn nicht gar zum wichtigsten Pfeiler in der Gesundheitsversorgung entwickelt hat. Mit unserer Mitgliedschaft bei Hessenmed sind wir Teil der größten Allianz von Arztnetzen in unserem Bundesland geworden. Wenn wir bei Themen wie KV-Safenet, Kollektiv- und Selektivverträgen nicht von der Entwicklung abgehängt werden wollen, müssen wir uns in diesem Bereich auch engagieren.