Welcher Facharzt ist der Richtige?

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Das Praxisnetz Hochtaunus e.V.

organisiert Haus- und Fachärzte

zur besseren Versorgung der Patienten.

Unsere Ärzte sorgen für

höchste Qualität bei der Versorgung.

Unsere Patienten profitieren auf ganzer Linie.

Palliativmedizinische Versorgung

Palliativ und Hospiz: Zwei Begriffe und ihre Bedeutung

Der Wunsch vieler Menschen ist es, am Ende ihres Lebens im Kreis der Familie und zu Hause versorgt zu werden. Dieses Spannungsfeld zwischen pflegerischen, medizinischen und psychosozialen Anforderungen kann durch den Standard und die Qualität der heutigen Hospizbewegung und der palliativmedizinischen Versorgung in vielen Fällen gut gelöst werden.

Betrachtet man die geschichtliche Entwicklung, so ist dieser Bereich des menschlichen Lebens, das Lebensende, durch zwei Begriffe gekennzeichnet: Hospizbewegung und Palliativmedizin. Diese Begriffe wurden und werden auch heute noch vielfach synonym benutzt, können sich aber nicht gegenseitig ersetzen, da sie unterschiedliche Aufgaben und Zielsetzungen kennzeichnen. Was beide verbindet ist der Wunsch, die letzte Lebensphase eines kranken Menschen möglichst human zu begleiten. 

Hospiz

Der Begriff „Hospiz“ leitet sich ab von mittelalterlichen Herbergen, die entlang der Pilgerstraßen für Wanderer und vor allem Pilger errichtet wurden. Waren die Gäste erschöpft und krank oder konnten nicht mehr laufen, wurden sie hier nicht nur verköstigt sondern auch gepflegt. Aus dieser Idee heraus entstanden dann die ersten Hospitäler und Hospize. 

Heute versteht man unter dem Begriff "Hospiz" im übertragenen Sinne: Der umfassend Einsatz für ein menschenwürdiges Sterben, die liebevolle Begleitung auf der „letzten Reise“. Etwas vereinfacht und wertfrei bedeutet  „Hospiz“ auch  die Haltung und das Verhalten  gegenüber dem Sterbenden an sich.

Palliativmedizin

Der Begriff  „palliativ“ umschreibt dagegen die pflegerische und medizinische Versorgung  der unheilbar Kranken. Der Begriff „Palliativmedizin“ leitet sich vom lateinischen Wort "pallium", Umhang bzw. Mantel, ab. Der Palliativmediziner legt einen "schützender Mantel“ um seinen unheilbar kranken Patienten und lindert seine Beschwerden. Palliativmedizin ist  "lindernde Medizin". 
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Palliativmedizin folgendermaßen:
"Palliativmedizin dient der Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und ihren Angehörigen, die mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung konfrontiert sind. Dies geschieht durch Vorbeugung und Linderung von Leiden mittels frühzeitiger Erkennung, hochqualifizierter Beurteilung und Behandlung von Schmerzen und anderen Problemen psychischer, psychosozialer und spiritueller Natur" (gekürzt). 

Ein Grundgedanke verbindet beide Bereiche:  Im Mittelpunkt steht der Kranke mit seinen körperlichen, psychischen, sozialen und spirituellen Bedürfnissen. Seine Begleitung erfolgt unabhängig von Herkunft, religiöser Überzeugung und sozialer Stellung. 

Im Folgenden finden Sie eine Aufstellung aller in der hospizlichen und palliativmedizinischen Versorgung Beteiligten (einschließlich Aufgabenbeschreibung), die im Netzwerk arbeiten und nach Bedarf eingesetzt werden:

a.Hausarzt

  • ärztliche Versorgung bzgl. therapeutischer, diagnostischer und pflegerischer Maßnahmen  
  • arbeitet mit Pflegedienst, Hospizverein und Palliativmedizinern zusammen

 

b.Pflegedienst

  • alle Maßnahmen der Grundpflege
  • spezielle palliativmedizinische Maßnahmen, z.B. parenterale Ernährung, Schmerztherapie mittels Injektionen oder Pumpe, hier  ggfs. Ergänzung durch palliativmedizinisch ausgebildete Pflegekräfte

 

c.Hospizverein

  • Begleitung des  Patienten  und seiner Angehörigen außerhalb von Pflege und ärztlicher  Versorgung , durch hauptamtliche Palliativ Care-Kräfte. Deren Arbeit besteht in:
  • Herstellung und Aufrechterhaltung des Kontaktes mit dem Patienten zur Anregung, Koordination und ggfs. Planung notwendiger Versorgungsmaßnahmen im Rahmen einer palliativmedizinischen Betreuung 
  • Ausbildung, Betreuung, Anleitung und Einsatz-Planung der ehrenamtlichen HospizhelferInnen

 

d.Seelsorger

  • begleitet auf Wunsch des Patienten seelsorgerisch 

 

e.Palliativmediziner

  • unterstützt den Hausarzt  in speziellen Fragen der palliativmedizinischen  Versorgung
  • wird in der palliativmedizinischen Versorgung eigenständig tätig,  im Rahmen der allg. ambulanten Palliativversorgung (AAPV) oder der speziellen ambulanten Palliativversorgung (SAPV)

 

f.SAPV

  • Behandlungspflege zur Symptomlinderung, in Ergänzung zur Grundpflege und Versorgung zu  Hause, durch Palliativmediziner  und spezialisierten Pflegekräfte 
  • 24-Stunden Bereitschaft
  • Erhaltung/Förderung/Verbesserung  der Lebensqualität und Selbstbestimmung schwerstkranker Menschen und ihnen ein menschenwürdiges Leben bis zum Tod in ihrer vertrauten häuslichen Umgebung oder in einer stationären Pflegeeinrichtung ermöglichen

 

g.Palliativstation

  • Soll für Kranke, die in einem kritischen, sich sehr schnell verändernden Krankheitszustand sind, die Möglichkeit einer palliativen Komplexbehandlung bieten:
    • Kontrolle der Krankheitssymptome,
    • Erstellung eines individuellen Behandlungsplanes,
    • ständige Anwesenheit eines Palliativmediziners,
    • speziell qualifiziertes Pflegepersonal. 

 

h.Stationäres Hospiz

  • Begleitung des Kranken und seiner Angehörigen durch spezialisierte
    Pflegekräfte, unterstützt durch Hausarzt und Palliativmediziner
  • Erhaltung/Förderung/Verbesserung  der Lebensqualität und Selbstbestimmung schwerstkranker Menschen durch supportive Massnahmen wie Schmerztherapie/Lagerungstechniken/ Aromatherapie/Psychotherapie (sollte man ergänzen) u.ä., um  ihnen ein menschenwürdiges Leben bis zum Tod  zu ermöglichen
  • bietet eine ruhige und wohnliche Atmosphäre
  • setzt  ehrenamtliche BegleiterInnen unterstützend ein
  • bietet Trauerbegleitung
  • Grundsatz:  Bei pflegerischen und medizinischen Maßnahmen steht der Wille des Kranken an erster Stelle